Richterausbildung

Richterausbildung (Regeln)

EGCA e.V. (European Group Cat Association e.V.)

§ 1

1.1 Der Bewerber/die Bewerberin für die Laufbahn als Bewertungsrichter für Rassekatzen muss eine zweijährige Zuchtpraxis mit mindestens drei in seinem/ihrem Zwinger geborenen Würfen, unter eigenem Zwingernamen haben, oder über eine entsprechende Qualifikation in der Tierzucht verfügen.

1.2. Er/sie muss Grundkenntnisse in englisch oder französisch haben.

1.2.1. Es werden ausschließlich Bewerber angenommen, die einen abgeschlossenen Schulabschluss nachweisen.

1.2.2. Über Ausnahmen, insbesondere bei Mitgliedern von der EGCA e.V. angehörenden Auslandsvereinen entscheidet der Präsident der EGCA e.V.

1.2.3. Offizielle Sprache für das Abfassen von Richterberichten, bei Trainingsseminaren, Tagungen und Examen ist wahlweise deutsch, englisch oder französisch.

1.2.4. Der/die Bewerber/in muss neben der Beherrschung der Muttersprache in Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion wenigstens (Grund)Kenntnisse in einer der anderen offiziellen Sprachen besitzen.

1.2.5. Die Ausbildung eines Bewerbers/einer Bewerberin ist kostenlos, wenn er/sie Mitglied in einem Verein ist, der der EGCA e.V. angehört. Lediglich für das Vorexamen ist einmalig ein festgelegter Betrag zu zahlen.

1.2.6. Bewerber, die keinem EGCA e.V. Verein angehören, müssen für jedes bei einem EGCA e.V. Verein abgelegten Einzelexamen 150.- € bezahlen.

§ 2

Antrag auf Richterausbildung EGCA e.V.

Der/die Bewerber/in für die Richterlaufbahn muss zur Zulassung für die Ausbildung einen formlosen Antrag an den Geschäftsführenden Präsidenten der EGCA e.V. stellen, der diesen mit dem Obmann der European Group Judge Oganization (Kürzel: EGJO) berät und danach das Ergebnis innerhalb von vier Wochen bekannt gibt.

Gleichzeitig mit dem Antrag müssen die Nachweise laut 1.2. (Fremdsprache) und 1.3. (Schulabschluss) dieser Ausbildungsregelung mit eingereicht werden.

§ 3

Vorexamen

Wurde die Zulassung erteilt, legt die -EGJO- die Details für das Vorexamen fest (Verein, Datum, von welchen der dort anwesenden Allbreed Richtern wird das Vorexamen abgenommen).

Von 60 Fragen zum Thema Genetik, allgemeine Rasse-Standards und Ausstellungsregularien müssen mindestens 45 Fragen richtig beantwortet werden.

Die Prüfer legen die Zeit fest, innerhalb der die Fragen zu beantworten sind.

Die Prüfung ist offen, für jeden Aussteller sichtbar abzulegen und muss im Katalog des entsprechenden Vereins ausgewiesen sein.

Erst eine erfolgreich bestandene Vorprüfung nach FIFe Standard (ersatzweise bei dort noch nicht gelisteten Rassen EGCA, CFA oder TICA Standard) berechtigt den Bewerber zum Beginn seiner Richterschülertätigkeit.

§ 4

Regeln für Richterschüler

4.1. Jede Richterschülertätigkeit muss bei der EGCA e.V. angemeldet werden mit Angabe des Datums und des Vereins, sowie der dort anwesenden Richter/innen.

Danach wird entschieden, ob und gegebenenfalls bei welchen Richtern/Richterinnen die Richterschülertätigkeit stattfinden kann.

4.2. In jedem Richterschülerzeugnis müssen alle Rassen, sowie die Anzahl der Tiere, die der/die Richter/in zu richten hatte, aufgeführt sein.

Aus dem Zeugnis soll auch hervorgehen: das Interesse allgemein, bereits vorhandene Sachkenntnis, Benehmen sowie auch Erscheinungsbild der Richterschülerin/des Richterschülers, da nicht nur die ausbildenden Richter/innen, sondern auch die Schüler/innen als Repräsentanten des jeweiligen Vereins angesehen werden.

4.3. Die Zulassung zum Erstexamen richtet sich nach den Richterschülertätigkeiten, sowie auch nach der Anzahl der Katzen, die bei diesen Anlässen zur Anschauung dienten.

Es müssen für die einzelnen Kategorien nachgewiesen werden:

Langhaar (beinhaltet auch Exotic Shorthair) 200 Katzen

Semi Langhaar 300 Katzen

Kurzhaar (beinhaltet auch Siam / OKH) 250 Katzen

4.4. Nur vom ausbildenden Richter/Richterin und vom Verein abgestempelte und unterschriebene Zeugnisse werden anerkannt.

4.5. Der/die Richterschüler/in muss bei jeder Best in Show mit anwesend sein und sollte alleine für sich geheim abstimmen. Sodann sollen die Ergebnisse, wenn möglich, mit dem Richter/der Richterin, bei der die Schülertätigkeit absolviert wurde, besprochen werden.

§ 5

Ausbildungszeit

5.1. Die Ausbildungszeit darf ab Datum des erfolgreich bestandenen Vorexamens drei Jahre nicht überschreiten, da sonst erneut ein Vorexamen abgelegt werden muss.

Die Ausbildungszeit kann durch den Besuch von Ganztagsseminaren in der EGCA e.V. Geschäftsstelle verkürzt werden. Auch eine Reduzierung der vorgeschriebenen Katzenzahl in den einzelnen Kategorien ist unter Umständen zulässig.

5.2. Das EGCA e.V. Generalsekretariat ist verpflichtet, den/die Kandidat/in zur Prüfung zuzulassen, sofern die eingereichten Unterlagen keinen Grund zur Beanstandung geben und der/die Kandidat/in am Tage der Prüfung das 21. Lebensjahr vollendet hat.

5.3. Die Examen können wahlweise als Einzelexamen oder „en bloc in einer bestimmten Haarkategorie“ abgelegt werden.

5.4. Insbesondere bei Kandidaten aus Übersee kann die Ausbildung und das Vorexamen auch im Fernunterricht durchgeführt werden.

Die Hauptexamen sind in jedem Fall von mindestens zwei EGCA e.V. Allbreed Richtern bei einer offiziellen Rassekatzenausstellung abzulegen.

5.5. Die Examen dürfen grundsätzlich nicht bei einer Ausstellung des Vereins abgelegt werden, bei dem der Prüfling selbst Mitglied ist.

Über Ausnahmen entscheidet ausschliesslich der Geschäftsführende Präsident der EGCA e.V.

5.6. Kein Prüfling darf in einer anderen offiziellen Funktion am Tage der Prüfung eingesetzt sein.

§ 6

Prüfungskommission

Die Prüfungskommission setzt sich aus zwei Internationalen Allbreed Richtern/Richterinnen zusammen, die mindestens zwei Jahre lang selbst Allbreedrichter sind, die von der EGCA e.V. bestimmt werden, dieser aber nicht zwingend angehören müssen.

Nur diese beiden Prüfungsrichter sind berechtigt, die Prüfung als bestanden anzuerkennen.

§ 7

Prüfungsablauf

7.1. Die Prüfung kann nur auf einer offiziellen Internationalen Ausstellung durchgeführt werden, bei der mindestens 140 Katzen anwesend sind.

Hiervon sollten, ausser bei Langhaar / Exotic Shorthair, mindestens 35 Katzen der zu prüfenden Haarkategorie anwesend sein.

7.2. Der Prüfling kann zur Ablegung der Theoretischen Prüfung eine der offiziellen EGCA e.V. Sprachen wählen.

§ 8

Theoretische Prüfung

8.1. Die Theoretische Prüfung umfasst 40 bis 50 Fragen aus dem offiziellen Fragenkatalog, von denen 15 allgemeiner Natur sind. Die restlichen Fragen beziehen sich auf Genetik für alle Rassen und auf Standardfragen der zu prüfenden Kategorie.

8.2. Für die Prüfung stehen 90 Minuten Zeit zur Verfügung. Prüflinge müssen während dieser Prüfung einen separaten, für jeden sichtbaren Platz inne haben, der während dieser Zeit auch nicht verlassen werden darf.

8.3. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn mindestens 75% der Fragen richtig beantwortet wurden.

Das Ergebnis der theoretischen Prüfung ist schriftlich niederzulegen und dem Prüfling spätestens bis 12:00 Uhr am Prüfungstag mitzuteilen.

§ 9

Praktische Prüfung

9.1. Die erste Praktische Prüfung kann auf Wunsch direkt im Anschluss an das bestandene Theorie-Examen abgelegt werden.

9.2. Die Praktische Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (Richterberichte), wie auch aus einem mündlichen Teil (kurze Begründung der Richterberichte, besonders z. B. bei grossen Abweichungen zwischen Bewertungsrichter und Richterschüler).

9.3. Die Praktische Prüfung enthält die geheime Mitabstimmung für die Auswahl von Rassesiegern (Best Variety), Best in Show und Best General. Allerdings hat das keinen Einfluss auf die Auswahl, die von der offiziellen Jury getroffen wird.

9.4. Dem Prüfling ist während der Praktischen Prüfung ein eigener Steward zuzuteilen, damit die gleichen Bedingungen gegeben sind wie für die offizellen Bewertungsrichter.

Ebenso hat der Verein die Verpflichtung, dem Prüfling in puncto Beleuchtung die gleichen Bedingungen zu schaffen wie dies bei den Bewertungsrichtern der Fall ist.

Während der Prüfung sollten die Katzen vorzugsweise vom Steward gebracht werden. Der Aussteller sollte möglichst nicht in Erscheinung treten.

9.5. Auf dem Richterbericht für den Prüfling sind Startklasse und Geschlecht der zu richtenden Katzen anzugeben. Es ist verboten, diese Angaben wissentlich zu ändern oder zu vertauschen.

Fehler, die eventuell durch solche Manipulationen entstehen, gehen nicht zu Lasten des Prüflings.

§ 10

Prüfungsgebühren

Für jedes Examen zahlen Mitglieder eines EGCA e.V. Vereins 50.- €

Prüflinge, die keinem EGCA e.V. Verein angehören, zahlen pro Examen 150.- €

§ 11

Richterqualifikation (Titulierung)

11.1. Hat der Prüfling das Erstexamen in Theorie und Praxis bestanden, darf er sich „Internationaler Richter“ nennen.

Wurde das Examen für eine Kategorie „en bloc“ abgelegt, darf er sich „Internationaler Allround Richter / Richterin“ nennen.

11.2. Für die nachfolgenden Examen muss auch ein „Internationaler Richter“ genügend Richterschüler-tätigkeiten in der Kategorie nachweisen, für die das nächste Examen abgelegt werden soll.

Über die Anzahl dieser Richterschülertätigkeiten entscheidet die -EGJO- European Group Judge Organisation.

11.3. Über Ausnahmen bei der Richterausbildung entscheidet der Geschäftsführende Präsident der EGCA e.V.

Oktober / octobre 2008